Diarrhoe bei Haustieren: Ursachen, Symptome und Maßnahmen

Diarrhoe bei Haustieren: Ursachen, Symptome und Maßnahmen

Diarrhoe, auch als Durchfall bezeichnet, ist ein weit verbreitetes, jedoch oft unterschätztes Gesundheitsproblem bei Haustieren. Dieser Blogbeitrag bietet einen fundierten Einblick zum komplexen Symptom der Diarrhoe und befasst sich mit ihren Ursachen, Symptome und behandelnden Maßnahmen, die ergriffen werden sollten.

Was versteht man unter Diarrhoe bei Haustieren?

Die Diarrhoe ist eine gastrointestinal bedingte Störung, die sich durch vermehrte und verflüssigte Stuhlabsonderungen äußert. Es handelt sich dabei nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern vielmehr um ein Symptom, das auf diverse Ursachen zurückzuführen sein kann.

In der Fachsprache wird zwischen akuter und chronischer Diarrhoe unterschieden. Die akute Form tritt plötzlich auf und dauert in der Regel nur wenige Tage, während die chronische Diarrhoe über einen längeren Zeitraum persistiert und auf zugrunde liegende chronische Erkrankungen hinweisen kann.

Welche Faktoren können eine Diarrhoe auslösen?

Die Suche nach den Ursachen für Diarrhoe führt uns in ein komplexes Geflecht von potenziellen Auslösern. Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten, eine abrupte Futterumstellung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Stress, Grunderkrankungen wie Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse), Endokrine Erkrankungen (hormonelle Imbalancen), Neoplasien (Tumor-Erkrankungen) oder Entzündungen des Darmtrakts – all dies kann zu Durchfall bei Haustieren führen.

Eine umfassende Anamnese ist entscheidend, um die möglichen Ursachen eingrenzen zu können. Hierbei spielen nicht nur die Ernährungsgewohnheiten des Tieres eine Rolle, sondern auch Umweltfaktoren, die das Wohlbefinden und die Darmgesundheit beeinflussen.

Wie äußert sich Diarrhoe bei Haustieren?

Die Symptome von Diarrhoe können von Tier zu Tier variieren, abhängig von der Ursache. Häufige Anzeichen sind vermehrter Stuhldrang, dünnflüssiger Stuhl, Blutbeimengungen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit. Eine genaue Beobachtung dieser Symptome ist essentiell für die Diagnosestellung und die darauffolgende Therapie.

Wann benötigt mein Tier veterinärmedizinische Betreuung?

Die Entscheidung, wann ein Tierarzt aufgesucht werden sollte, hängt von der Dauer und Schwere der Symptome ab. Wenn der Durchfall länger als 24 bis 48 Stunden anhält, begleitet von weiteren alarmierenden Symptomen wie Dehydratation, fehlende Wasseraufnahme, Appetitlosigkeit, Fieber, Erbrechen oder starkem Gewichtsverlust, ist ein professioneller Rat unverzichtbar.

Die frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um mögliche Komplikationen zu vermeiden und das Wohlbefinden Ihres Tieres zu gewährleisten.

Wie geht unser Zentrum für Kleintiermedizin Seelscheid bei Diarrhoe vor?

Bei uns erfolgt zunächst eine gründliche Untersuchung des betroffenen Tieres. Stuhlprobenanalyse, Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren können zur genauen Diagnose beitragen. Basierend auf den Ergebnissen werden wir gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Therapieplan erstellen.

Welche therapeutischen Maßnahmen stehen zur Verfügung?

Die therapeutischen Ansätze richten sich nach der ermittelten Ursache. Während bei parasitärem Befall entsprechende Entwurmungsmittel eingesetzt werden, kann bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder allergischen Reaktionen eine spezielle Diät von Nöten sein. Endokrine Erkrankungen behandeln wir ursächlich. Neoplasien können operativ entfernt werden.

Im akuten Fall spielt die Aufrechterhaltung einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr eine entscheidende Rolle, um Dehydratation zu vermeiden. Dies kann durch intravenöse Flüssigkeitstherapie oder spezielle Elektrolytlösungen erreicht werden.

Welche präventiven Maßnahmen sind empfehlenswert?

Die Vermeidung von Diarrhoe beginnt mit präventiven Maßnahmen. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Entwurmung oder Testung auf Würmer, die Vermeidung von Stresssituationen und eine hygienische Umgebung sind essenziell. Wir stehen Ihnen beratend zur Seite, um präventive Strategien zu entwickeln und die Gesundheit Ihres Haustiers langfristig zu sichern.

Diarrhoe erfordert bei Ihrem Tier eine umfassende Herangehensweise, beginnend mit der genauen Diagnose bis hin zur individuell abgestimmten Therapie. Das Bewusstsein für die Vielfalt der möglichen Ursachen und die frühzeitige Intervention sind entscheidend, um die Lebensqualität Ihres Tieres zu erhalten und mögliche Folgeerkrankungen zu verhindern.

Zögern Sie nicht, bei Anzeichen von Diarrhoe professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wir sind jederzeit für Sie und Ihr Tier da!


Geriatrie-Check-up: Ein Blick auf die Gesundheit im Alter

Geriatrie-Check-up bei Ihrem Tier: Ein Blick auf die Gesundheit im Alter

Die Lebenserwartung unserer Tiere steigt aufgrund besserer Vorsorge und tiermedizinischer Möglichkeiten glücklicherweise stetig – damit gewinnt die Geriatrie in der Veterinärmedizin immer mehr an Bedeutung. Ähnlich wie bei Menschen benötigen auch unsere Tiere im Alter besondere Aufmerksamkeit und eine umfassende gesundheitliche Überprüfung. In diesem Blogartikel erfahren Sie mehr über den Geriatrie-Check-up in unserem Zentrum für Kleintiermedizin, warum er so wichtig ist und welche Aspekte er abdeckt.

Wann gilt mein Tier als Senior?

Die Einstufung eines Tieres als Senior variiert je nach Art, Rasse und Größe. Im Allgemeinen gelten Hunde als Senioren ab einem Alter von 6-9 Jahren, wobei kleinere Rassen später diesen Status erreichen können. Bei Katzen wird in der Regel ab einem Alter von 7-10 Jahren das Seniorenstadium angenommen.

Welche Zeichen können darauf deuten, dass mein Tier altert?

Bei Ihrem Tier ist es entscheidend, die subtilen Anzeichen des Alterns zu erkennen, um eine umfassende und präventive Versorgung älterer Haustiere zu gewährleisten. Hier werfen wir einen fachlichen Blick auf die spezifischen Anzeichen, die auf den Alterungsprozess bei Tieren hindeuten können:

  • Gewichtsveränderungen: Gewichtsveränderungen sind ein weiteres Indiz für den Alterungsprozess. Sowohl ungewollter Gewichtsverlust als auch eine Zunahme können auf unterschiedliche gesundheitliche Probleme hinweisen, wie beispielsweise Stoffwechselstörungen, Organerkrankungen oder eine altersbedingte Veränderung des Energiebedarfs.
  • Veränderungen im Bewegungsapparat: Ein deutliches Anzeichen des Alterns bei Haustieren sind Veränderungen im Bewegungsapparat. Arthrose, Gelenksteifigkeit und Muskelschwund können auftreten und sich durch Lahmheit, verminderte Aktivität und Schwierigkeiten beim Aufstehen manifestieren. Die sorgfältige Beobachtung der Gangart und Bewegungen ist daher von entscheidender Bedeutung.
  • Dentale Anomalien: Veränderungen im Gebiss sind bei älteren Haustieren häufig anzutreffen. Zahnerkrankungen, Zahnverlust und Zahnfleischerkrankungen können zu Maulgeruch, vermehrtem Speichelfluss, Schwierigkeiten beim Kauen und Unwohlsein führen. Eine regelmäßige zahnärztliche Untersuchung ist daher unerlässlich.
  • Veränderungen im Verhalten: Eine Veränderung im Verhalten kann ein subtileres Anzeichen des Alterns sein. Dies kann sich in vermehrter Schläfrigkeit, Reizbarkeit, Desorientierung oder auch verminderter Aktivität zeigen. Die genaue Beobachtung des Tierverhaltens kann Hinweise auf neurologische oder kognitive Veränderungen geben.
  • Veränderungen in der Haut und im Fell: Die Haut und das Fell eines Tieres können im Alter verschiedene Veränderungen aufweisen. Hierzu gehören Trockenheit, vermehrte Faltenbildung, Haarausfall, sowie eine verminderte Elastizität der Haut. Die Beobachtung solcher Veränderungen ermöglicht Rückschlüsse auf den Zustand des Haut- und Haarapparats sowie auf den allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres.
  • Veränderungen in den Sinnesorganen: Die Sinnesorgane unterliegen ebenfalls dem Alterungsprozess. Seh- und Hörverlust können auftreten und sich in vermehrtem Zögern oder Unsicherheit äußern. Augen- und Ohrenuntersuchungen sind daher essenziell, um altersbedingte Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Warum ist ein Geriatrie-Check-up wichtig?

Der Alterungsprozess bei Haustieren bringt verschiedene gesundheitliche Herausforderungen mit sich. Von Gelenkproblemen über organische Veränderungen bis hin zu altersbedingten Krankheiten – ein Geriatrie Check-up ermöglicht es uns, potenzielle Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Doch welche Untersuchungen sollten im Rahmen eines Geriatrie-Check-ups durchgeführt werden?

  • Welche Untersuchungen umfasst der Geriatrie-Check-up?

    • Körperliche Untersuchung: Bei der körperlichen Untersuchung werden verschiedene Parameter überprüft, wie Gewicht, Kondition, Haut- und Fellzustand sowie die Beweglichkeit des Tieres. Auffälligkeiten können auf mögliche Gesundheitsprobleme hinweisen. Dabei hören wir auch das Herz auf mögliche Herzgeräusche ab, untersuchen die Zähne und Maulhöhle sowie alle zugänglichen Lymphknoten.
    • Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der geriatrischen Untersuchung. Sie ermöglichen die Überprüfung der Organfunktionen, den Nachweis von Entzündungen und die Identifizierung von Stoffwechselstörungen.
    • Urinuntersuchungen: Die Analyse des Urins liefert wichtige Informationen über die Nierenfunktion, eventuelle Harnwegsprobleme oder endokrinologische (hormonelle) Erkrankungen. Insbesondere bei älteren Tieren ist dies von entscheidender Bedeutung.
    • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen und Ultraschalluntersuchungen können Aufschluss über Veränderungen im Knochenbau, der Organe und Gewebe geben. Dies ist besonders wichtig, um Tumore oder degenerative Prozesse frühzeitig zu erkennen.

Wann sollte man mit dem Geriatrie-Check-up beginnen?

Geriatrische Check-ups sollten bei Haustieren in der Regel beginnen, wenn sie das mittlere bis fortgeschrittene Alter erreichen. Bei Hunden variiert dies je nach Größe und Rasse, während Katzen im Allgemeinen ab etwa 7-10 Jahren als seniorengerecht betrachtet werden.

Es ist ratsam, frühzeitig mit diesen Untersuchungen zu beginnen, um potenzielle Gesundheitsprobleme rechtzeitig zu erkennen und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Ein regelmäßiger Überwachungsplan, basierend auf individuellen Bedürfnissen, kann dazu beitragen, die Lebensqualität älterer Tiere entscheidend zu verbessern.

Sprechen Sie mit uns über einen individuellen Geriatrie-Checkup für Ihr Haustier und schenken Sie ihm die bestmögliche Fürsorge in seinen goldenen Jahren!


Kastration von Hund und Katze

Die Kastration von Hund & Katze

Um wohl kaum ein anderes Thema wird in der tierärztlichen Praxis so viel informiert, diskutiert und korrigiert wie über die Kastration. Über die Jahre haben sich einige Mythen manifestiert und dieser, nicht zu vergessen, operative Eingriff wird von vielen als einfache und umfangreiche Lösung für diverse Probleme empfunden. Hund oder Katze werden morgens schnell zum Tierarzt gebracht und schon tröpfelt die Hündin nicht mehr den weißen Teppich voll und der Kater markiert in der Wohnung nicht mehr – ein Traum, so scheint es.

Wir möchten Sie als Besitzer*in im Folgenden aufklären und besonders den tiermedizinischen Standpunkt hinter diesem Thema verdeutlichen.

Kastration - was bedeutet das überhaupt?

Unter dem Begriff Kastration ist die Entfernung der Keimdrüsen zu verstehen. Es werden also, unter Vollnarkose, bei Hündin und Katze die Eierstöcke und gegebenenfalls die Gebärmutter und bei Rüde und Kater die Hoden entfernt. In diesen Keimdrüsen werden normalerweise Sexualhormone gebildet und der Verlust dieser Hormone führt beim weiblichen Tier zum Wegfall des Zyklus. Beim männlichen Tier erlöschen die Libido und die Samenproduktion. Dies führt zu einer irreversiblen, also nicht mehr rückgängig zu machenden, Unfruchtbarkeit Ihrer Tiere.

Und was versteht man dann unter der Sterilisation?

Die Kastration muss deutlich abgegrenzt werden von dem Begriff der Sterilisation. Denn bei der Sterilisation werden die Keimdrüsen nicht entfernt, sondern Samen- bzw. Eileiter werden chirurgisch unterbrochen. Dies kann durch Abbinden oder Durchtrennen dieser geschehen. Die Tiere werden unfruchtbar, weil die Ei- bzw. Samenzellen ihren Bildungsort nicht mehr verlassen können und somit keine Befruchtung mehr möglich ist.
Wichtig zu wissen ist, dass bei der Sterilisation die Hormonproduktion noch physiologisch ablaufen kann.  Dies bedeutet, dass weder Zyklus noch Libido beeinflusst werden.
Bei der Sterilisation produziert beispielsweise die Hündin immer noch genau die Hormone, die bei ihr eine Läufigkeit verursachen und diese geht auch bei einer sterilisierten Hündin mit einer Blutung einher. Die Hündin lässt sich außerdem vom Rüden decken, jedoch kommt es nicht zur Befruchtung/ Trächtigkeit.
Ein Kater, der aufgrund seiner Sexualhormone dazu angeregt wird, in der Wohnung sämtliche Gegenstände als sein Eigentum zu markieren, wird dies also nach einer Sterilisation weiterhin tun.
Dies ist der Grund, warum in den meisten Fällen eher die Kastration durchgeführt wird.

  • Was sagt das Tierschutzgesetz zu dem Thema?

    In Paragraph 1 des Tierschutzgesetztes wird unmissverständlich klargemacht:
    "Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."
    Aber es stellt sich die Frage, was im Fall der Kastration den „vernünftigen Grund“ rechtfertigt. Die Antwort auf diese Frage wird ebenfalls im Gesetzestext gegeben (§6):
    " (1) Verboten ist das (…) Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn (...) der Eingriff im Einzelfall (...) nach tierärztlicher Indikation geboten ist."
    Es ist uns Tierärzt*innen also demnach verboten, ohne eine medizinische Indikation einen Eingriff an Ihrem Tier durchzuführen. Es ist nicht zulässig, die Hündin zu kastrieren, nur weil sie während ihrer Läufigkeit die Rüden der gesamten Nachbarschaft verrückt macht und diese mit Liebeskummer vor Ihrer Haustür sitzen. Außerdem ist es nicht erlaubt eben diesen Eingriff beispielsweise beim Rüden durchzuführen, weil er an der Leine aggressiv gegenüber Artgenossen ist. Die Kastration wird, auch immer noch von einigen Verhaltenstrainer*innen als probates Mittel empfunden, weil durch den Entzug der Hormone sehr wahrscheinlich auch das Verhalten beeinflusst wird, es ist uns als Tierärzt*innen aber nicht erlaubt, eine Operation mit dieser Begründung durchzuführen.
    Außerdem wird die Kastration als Prophylaxe im Bezug auf Gesäugetumoren oder Erkrankungen der Eierstöcke, beziehungsweise der Gebärmutter diskutiert. Dies ist jedoch ebenfalls keine medizinische Indikation und wird daher bei uns nicht durchgeführt. Auch die unkontrollierte Vermehrung von Hunden ist kein „vernünftiger Grund“, denn diese sollte durch die/den Besitzer*in reglementiert werden.
  • Was ist eine medizinische Indikation für eine Kastration?


    Selbstverständlich hat dieser Eingriff dennoch absolut seine Daseinsberechtigung und wird routinemäßig in nahezu jeder tierärztlichen Praxis oder Klinik durchgeführt. Den Entzug der Sexualhormone können wir uns medizinisch zu Nutze machen, um Erkrankungen zu heilen
    Die folgenden Aspekte stellen Beispiele für eine medizinische Indikation dar:

    • (tumoröse) Entartung der Keimdrüsen, beispielsweise Hoden- oder Eierstockstumoren
    • Wiederkehrende massive Scheinträchtigkeiten: denn die Scheinträchtigkeit an sich ist ein physiologischer Zustand, den jede Hündin aufgrund ihres Zyklus durchlebt; nur der Grad der Ausprägung ist hierbei entscheidend
    • Pyometra: bedeutet eine Füllung der Gebärmutter mit eitrigem Sekret. Es handelt sich um eine sehr schmerzhafte Erkrankung, die einen akuten Notfall darstellt und sofortige Behandlung erfordert. Die in diesem Fall durchgeführte Kastration wird auch als Ovariohysterektomie bezeichnet, weil in diesem Fall sowohl Eierstöcke als auch die Gebärmutter entfernt werden müssen. Klassischerweise tritt diese Erkrankung etwa 3-6 Wochen nach der Läufigkeit auf und äußert sich wie folgt: blutig-eitriger Vaginalausfluss, häufiges Belecken der Vagina durch die Hündin, enorm gesteigertes Trinkverhalten, Bauchschmerzen, Fieber

  • Gibt es Fälle, in denen das Tierschutzgesetz eine Kastration empfielt?

    • Populationskontrolle bei freilaufenden Katzen und Katern
      • In einigen Kommunen besteht bei Freigängern sogar eine Kastrationspflicht!
    • Haltung von mehreren Katern in einem Haushalt und dadurch entstehende Kämpfe, die zum Teil mit schweren Verletzungen einhergehen können: durch die Reduktion des Testosterons können Aggressionen gemindert werden, allerdings ist die Kastration in diesem Fall bitte nicht als Allheilmittel zu verstehen.

  • Wann sollte von einer Kastration abgeraten werden?

    • Verhaltensauffälligkeiten: Angstzustände oder Zurückhaltung werden durch den Verlust der Hormone verstärkt. Besonders Hunde können so eine Herausforderungen in der Rangordnung mit anderen Hunden bekommen.
    • Urininkontinenz: besonders bei großwüchsigen Hunderassen kann dies eine irreversibele Komplikation der Kastration darstellen
    • Fellveränderungen: betrifft vorwiegend langhaarige oder rauhaarige Hunderassen
    • Tumorerkrankungen: Prostatakarzinom, Hämangiosarkome, Osteosarkome
    • Chronische rezidivierende Vaginitis (=entzündliche Veränderung der Vagina)
    • Stoffwechselveränderungen, Adipositas

Wie Sie sehen, handelt es sich bei dem Thema Kastration um ein wirklich sehr breites Feld, welches sicherlich Raum für Gespräche bietet.
Wir möchten aber um Ihr Verständnis bitten, wir uns als Tierärzt*innen dem Tierschutzgesetz gegenüber verpflichtet fühlen und einen solchen Eingriff nicht ohne tiermedizinische Indikation durchführen werden.
Jedes Tier muss individuell betrachtet werden und es muss genau besprochen werden, ob die Kastration überhaupt in Frage kommt, Gerade bei Rüden/ Katern gibt es durchaus auch alternativen zur chirurgischen Kastration
Wir beraten Sie sehr gerne und finden gemeinsam mit Ihnen eine Lösung!